2015-01-29_zweHerbst vorletzten Jahres flatterten mir die „Zaunkönige“ in den Schädelkasten und tschilpten dermaßen laut, dass ich nicht umhin kam, alles stehen und liegen zu lassen, um mich dieser Erzählung zu widmen. Anfangs dachte ich noch, die lustigen kleinen Piepmätze wären schnell zufrieden gestellt, so dass ich mich nach vier, fünf Wochen Siegfriedfelsen-Kletterei  wieder dem Roman zuwenden könnte, an dem ich seit Winter 2013 sitze. Wer konnte auch ahnen, dass der Zaunkönig-Schwarm nur so harmlos tat und hinter ihm breit grinsend Fafnir in seinem Drachenloch hockte, sehr erpicht darauf, ausgiebige Gespräche mit mir zu führen – über ein Jahr lang, bis sein Buch dann Ende letzten Jahres endlich fertig und draussen war?

Der Roman, bei dem ich twitschernd-frech gestört wurde, war im Herbst 2014 bereits zu mehr als drei Vierteln abgeschlossen. Mich wieder in seine völlig anders gelagerte Erzähl- und Stilwelt wieder einzufinden, hat ein wenig gedauert. Aber hat auch viel Freude gemacht. Er liest sich noch so gut, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ich bin wieder hinabgestiegen durch die Ofenkaulen und tief, tief unter den Berg nach Zwergenbinge. Ein harter Sprung ins kalte Wasser – von einem realistisch-politsatirischen Dokuroman ins Herz von Anderwelt an die Wasser phantastischer Erzählung. Die Welt hat mich jedoch nach dem ersten tiefen Luftholen wieder ganz gefangen genommen und ich freue mich sehr auf die Arbeit, nicht zuletzt auch an der üppigen Bilderwelt, die rings um den Märchenroman entstehen wird.