Hochofen Abentheurer Hütte
Hochofen Abentheurer Hütte

„Zwergenbinge“ erscheint am 21. März 2019 bei Edition Roter Drache mit vielen Zeichnungen aus meiner Feder.

Die Geschichte meines aktuellen Romanprojekts „Zwergenbinge“ ist fast so bewegt wie meine eigene in den Jahren, an dem ich an ihm arbeitete – und er läuft langsam „Krähe und Nachtigall“ den Rang ab, das Buch zu werden, an dem ich am längsten schrieb. Selbst den bemerkenswerten Ortswechsel des „Siebengebirgstintenfuchses“ zum „Abent(h)eurer“ machte es nicht zur mit, sondern trägt sogar ein wenig Schuld daran.

Die erste Werkstattlesung von „Zwergenbinge“ fand 2014 im Schloß Drachenburg statt, da spielte der Roman auch noch unter den Ofenkaulen im Siebengebirge, und Thorsten Peschke hatte sich entschleunigend in die Villa Domlay unterhalb des Drachenfelsens im „Zaunkönige“-Weinberg verkrochen, um dort von den Zwergen Drambor und Krazok zum Zwergenreich-Unternehmensberater engagiert zu werden. Die zweite hielt nach dem Umzug nach Köln (wobei noch Neunkirchen-Seelscheid dazwischen lag) 2016, aber noch war ich dem Siebengebirge treu.

Die dritte hielt ich im Februar diesen Jahres im Drachenwinkel zu Dillingen, einem wunderbaren Buchladen, der dringenst zu empfehlen ist. Der liegt aber nicht mehr in NRW, sondern tief im Saarland in Nachbarschaft zu einer aktiven Eisenhütte. Inzwischen war „Zwergenbinge“ umgezogen. An Sonnwende 2017 geriet ich auf Einladung eines befreundeten Künstlers in den Hunsrück. Und verliebte mich. Vielleicht war das Siebengebirge auch inzwischen leergeschrieben, so groß ist es ja nicht, und Zwergenbinge wäre die dritte Geschichte gewesen, die ich in den Höhlen der Ofenkaulen verortete. Als ich durch die blauen Gänge des Kupferbergwerks Fischbach sprang, meine Hände über Malachit, Azurit und diverse Kristalle strichen und mir der Leiter des Kupferbergwerks dann auch noch eine selbstverhüttete Luppe Kupfer mit der Bemerkung in die Hand drückte, ich solle was schönes draus machen, kehrten die Zwerge dem Siebengebirge den Rücken und zogen in den Hunsrück. Und Peschke wurde gewissermaßen mein Nachbar, denn er zog wie ich nach Abentheuer in ein altes Haus mit verwunschenem Park hintendran, der zudem auch noch eine uralte Eisenhütte ist. Soetwas gefällt den Zwergen, wie man sich denken kann.

Fehlt nur noch der Drache. Von wegen Siebengebirge und Siegfried und Fafner. Der kam heute um die Ecke und schnappte sich mit einem zufriedenen Schnurren das Manuskript und die Illustrationen nicht weniger. Er hat zwar keine sieben Berge, aber dafür ist er rot und hat Geschmack. 

„Zwergenbinge“ erscheinen zur Frühjahrsbuchmesse Leipzig im März 2019 bei Edition Roter Drache, und ich bin guter Dinge, dass es eine ganz besondere Premierenlesung im Kupferbergwerk Fischbach unter Tage und natürlich in Peschkes Refugium in der Eisenhütte Abentheuer geben wird.